Abschalten: Mach mal Informationsdiät

Das Telefon klingelt, das Handy vibriert, Whatsapp-Nachrichten trudeln ein, der Fernseher am Abend, in der Mittagspause ein oder zwei YouTube-Videos - ständig und immer sind wir von Informationen belagert. Mit dem Segen der neuen Technik wird diese zum Fluch, wenn wir immer verfügbar sind. Wir stellen an uns selbst die Erwartung, schnell zu antworten oder zu reagieren. Vorbei die Zeiten, als die Informationen per Brief zwei Tage unterwegs war. Das Leben ist schneller geworden, wir hetzen hinterher. Tag für Tag. 

 

Doch auf Dauer leiden wir darunter. Wir werden hektisch, vergessen Vieles, fühlen uns überfordert, ausgesaugt und leer. Dies hat viel mit dem Informationsoverload zu tun, dem Überfluss an Informationen. Es ist höchste Zeit, abzuschalten und uns Ruhe zu gönnen.

Tipps für Deine Informationsdiät von Marketing Mum

Zwei Arten von Informationsoverload

Ich unterscheide zwei Arten von Informationsoverload: Zum einen die unzähligen Informationen, die wir uns in unser Leben aktiv holen durch die sozialen Medien und zum anderen die Informationen, die wir passiv jeden Tag in unser Wohnzimmer im Fernseher serviert bekommen. Der Nicht-Konsum von Informationen ist uns fast unmöglich, da wir in einer Gesellschaft leben, in der gewisse Erwartungen an uns gestellt werden.

 

Die generelle Frage ist: Müssen wir all diese Erwartungen erfüllen, die andere an uns stellen? Wir sind so konditioniert, dass wir es versuchen, anderen Menschen recht zu machen. Manche mehr, manche weniger. Ich selbst bin unglaublich harmoniebedürftig, aber meine Meinung ist: Ich muss gar nichts. Ich bin für mich selbst verantwortlich und darf über mich und mein Handeln frei entscheiden. 

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Immer Up-To-Date: Facebook, Instagram, YouTube und Co

Meist über Handy und Smartphone, seltener über Tablet oder PC sind wir ständig online. Wir schauen bei Facebook, was es Neues in der Chronik gibt. Dann ein Blick in Instagram und hier noch ein YouTube-Video. Wir ziehen uns die Informationen in den sozialen Medien und suchen Lösungen bei YouTube. Dagegen ist überhaupt nichts einzuwenden - doch es geschieht ständig. Es vergehen kaum 10 Minuten, in denen Viele ihr Handy nicht einmal in der Hand haben. Gar nicht auszudenken, wenn das Gerät einmal zu Hause vergessen wird.

In Zahlen: Während im Jahr 2012 nur 36% ein Smartphone nutzten, so waren es 2017 bereits 81%. Der Trend geht mittlerweile zum Zweit-Handy. (Quelle: Statista)

Schauen wir uns an, wie oft wir unser Smartphone am Tag berühren, so sind dies erschreckende Zahlen. Das US-Marktforschungsinstitut dscout hat dies in einer Studie untersucht: Durchschnittlich 2.617 Male pro Tag haben die Nutzer das Smartphone berührt (entsperrt, Gefällt-Mir etc.), und durchschnittlich 76 mal entsperrt. Die Nutzung betrug 145 Minuten pro Tag, das sind über zwei Stunden. 

 

Für die Digital Natives (Mitte/Ende der 1990er Geborene) ist der Umgang mit den digitalen Medien ganz natürlich, während für uns Digital Immigrants (zu denen ich auch zähle) digitale Medien oft Stress bedeuten. Wir sind eben nicht damit aufgewachsen.



Bestens informiert: Nachrichten und Serien im TV

Noch nie waren die Möglichkeiten so groß, sich rund um die Uhr vor dem Fernseher berieseln zu lassen. Die großen Sender sind voll mit Reality-Shows, Nachrichtensendungen, Serien in Endlosschleife und vielem mehr. Diese konsumieren wir jeden Tag. Einige Abends als eine Art Belohnung vom schweren Arbeitstag, andere den ganzen Tag, weil sie zuhause sind, aus welchem Grund auch immer. 

 

Dazu möchte ich kurz eine Geschichte erzählen: Als ich mit meinem ersten Kind in Mutterschutz ging, war ich neben den üblichen Vorbereitungen den ganzen Tag zuhause. Alles war fertig eingerichtet, ich war kugelrund und habe mich oft berieseln lassen vom Fernseher. Ich war sehr erschrocken darüber, mit welchem (mit Verlaub) Schrott sich die Leute beschäftigen. Während ich mir also diese Sendungen anschaute, wurde ich immer frustrierter und fühlte mich mehr und mehr nutzlos. Ich hatte in diesem Moment einfach keine Aufgabe und war fremdbestimmt. Als mir das klar wurde, schränkte ich den TV-Konsum drastisch ein und es ging mir wieder besser. 

Die andere Seite sind die Nachrichtensendungen. Schlechte Nachrichten verbreiten sich natürlich zuerst, gute Nachrichten hört man in Tagesschau und Co eher selten. Also wird man jeden Tag von schlechten Nachrichten überschüttet und leidet selbst darunter. Das Drama an der ganzen Sache ist: Du kannst es nicht ändern. Es sei denn, Du bist ein bewundernswerter Aktivist und kümmerst Dich vor Ort, rettest Menschen und verbesserst die Bedingungen. Doch die Wenigsten von uns tun dies. Auch die Diskussionen über Politiker etc. empfinde ich als sehr schwierig. Denn es ist nahezu unmöglich, neutrale, objektive Informationen zu erhalten, um sich dann eine eigene Meinung  bilden zu können. Das meiste Geschimpfe sind Stammtischparolen, die lautstark verkündet werden. Ich werde in diesen Momenten immer ganz still und spare meine Energie. Ich schaue mir selten Nachrichten an, denn ich weiß, dass die größten Informationen sowieso zu mir kommen. Wenn ich Nachrichten schaue, nehme ich sie lediglich zur Kenntnis, lasse mich aber wenig emotional treffen. 



Mehr Ruhe im Leben: 3 Tipps für Deine Informationsdiät

Ich möchte Dir drei Tipps geben für Deine persönliche Informationsdiät. Diese sollen Dir helfen, dass Du Deine wieder erlangte Zeit genießen kannst. Diesen kannst Du mit vielen Dingen füllen, die Dich wirklich glücklich machen oder Dich einfach nur entspannen:

  • 1. Tipp: Beobachte Dich einen Tag lang und schreibe jeden "Gang" zum Handy in eine Liste: Führe also ein Informationstagebuch. Das ist bestimmt aufwändig am Anfang - aber alleine das ist schon heilsam, denn es macht Dir bewusst, wie oft Du eigentlich diese Medien nutzt.
  • 2. Tipp: Mache jeden Tag 1-2 Stunden "Informationsfrei". Alles bleibt aus, Handy, PC, Tablet, Fernseher. Widme Dich in diesen Stunden Dir selbst. Mach, was Dir gut tut. Ein Spaziergang, Deinem Hobby nachgehen, Meditieren und die Ruhe genießen - Du wirst merken, das tut gut und bringt Dich wieder ein Stück zu Dir selbst zurück. Diese 1-2 Stunden sind übrigens ausbaufähig! 

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  • 3. Tipp: Lass Abends öfter den Fernseher aus und lies ein Buch. Es gibt weitaus interessantere Möglichkeiten, sich zu beschäftigen, als Fernsehen zu schauen. Nimm Dein Leben wieder selbst in die Hand, entfliehe dem Trott und überlege, was Dir gut tun würde. Ein Bad? Ein Buch? Eine Unterhaltung? Ausgehen? Eine neue Geschäftsidee? Vielleicht beginnst Du mit einem Abend pro Woche - auch das ist ausbaufähig und nur ein erster Schritt. 

 


Und ganz wichtig: Nimm bitte nicht alles so ernst, was Du in den sozialen Medien und im Fernsehen serviert bekommst. Du musst nicht alles wissen und immer Up To Date sein. Denn Du verlierst Dich selbst auf diesem Weg hinein in alle verfügbaren Informationen Überlege mal selbst, was Du von den Informationen umgesetzt hast und welche Dir wirklich hilfreich waren? Überlege, ob und wie die Diskussionen über Politik und die Nachrichten Dich persönlich weitergebracht haben? Entscheide dann, was wirklich notwendig für Dich ist. 

 

Gönn Dir Deine Informationsdiät und fülle Deine Pausen mit Deinen Herzensdingen!

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Kommentare: 1
  • #1

    Gerd (Montag, 18 Juni 2018 11:13)

    Sehr interessanter Artikel zur Informationsdiät. Zum Thema Smartphone und Info-Diät habe ich auch noch einen interessanten Artikel entdeckt: http://morgen-besser-als-heute.de/wp/2018/06/16/informationsdiaet-30-tage-ohne-nachrichten-informationsfalle-smartphone/